Cap Corse

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Den äußersten Norden Korsikas bildet der Gebirgskamm des Cap Corse. Ausgehend von den etwa 12 Kilometern zwischen Bastia und Saint-Florent, ragt er als Halbinsel beinahe 40 Kilometer ins Meer und findet im Wasser seine Hauptwirtschaftsressource. Durch die wilde und abwechslungsreiche Landschaft führt eine gewundene Küstenstraße um das Kap. Während die an das türkis-blaue Meer grenzende Ostküste der „Insel auf der Insel“ eher flach ist, fällt der Westen abrupt ab.

File 507Fahrrad-, Vespa- und Motorradfahrten bieten sich zur Erkundung an, denn die Küstenstraße ist landschaftlich aufregend und bietet zahlreiche lohnende Aussichten, doch ist sie auch kurvenreich und nur Streckenweise ausgebaut. Vor allem an der Spitze des Kaps überwiegen ungesicherte, staubige Pisten. Wer nicht direkt mit seiner Ausrüstung am großen Fährhafen von Bastia ankommt kann sich in der zweitgrößten Inselmetropole mieten was fehlt. Allerdings sollte man direkt nach dem Frühstück aufbrechen, denn ein kompletter Tag sollte zur Erkundung des korsischen Nordens schon einplant werden.

File 510Von Bastia aus führt die Küstenstraße an der sanften Ostküste des Kaps dicht am Meer entlang. Winzige Häfen schmiegen sich ans wogende Nass und auch die urig-einfachen Häuser von Erbalunga oder Siso sind direkt ans Wasser gebaut. Die Westküste hingegen zeichnet ein vollkommen anderes Bild. Dominiert von Steilwänden liegen in den Felsen vereinzelt kleine, meist auf Fischfang spezialisierte, Dörfer.

Nonza zum Beispiel, ist trotz seiner nicht mal 100 Einwohner in vielen Reiseführern vermerkt. In bergiger Höhe thront es hübsch an einem Felsvorsprung. Kleine, aufsteigende Gässchen verbinden das Dorf mit einem Genuesenturm aus dem 16. Jahrhundert. Einst zum Schutz als strategischer Überwachungspunkt erbaut, kann man hier - nach den erfolglosen Belagerungsversuchen des ausgehenden 18. Jahrhunderts - heute eine friedliche Aussicht genießen. Hinter dem Glockenturm der Église Sainte-Julie ist bei guter Sicht selbst das Monte-Cinto-Massiv, die höchste Erhebung Korsikas, zu sehen. In der anderen Richtung ziehen ein Strand und das funkelnde Meer den Blick in den Bann.

Zwar soll der graue Kies des Strandes, der ursprünglich von einem inzwischen lange geschlossenen Asbestwerk angespült wurde, ungefährlich sein, doch bietet das Kap zum Baden andere Verlockungen. Der Plage de Tamarone etwa, überzeugt mit feinem Sand und kinderfreundlichem Wasserzugang. Hier im wilden Norden der Landzunge liegt Tamarone inmitten einer besonders ungestümen Landschaft und ist, im Kontrast zu unzähligen anderen Stränden Korsikas, nie touristisch überlaufen.

Mit seinem reichhaltigen Angebot an sportlichen Aktivitäten und der Vielzahl an Wanderwegen, ist das Cap Corse nicht nur für Aktivurlauber ein Idyll. Auch wer nicht den gesamten Urlaub hier verbringen möchte, findet im Cap Corse einen lohnenden Abstecher.