Filitosa

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Das Dorf Filitosa liegt im Tavano-Tal. Seine archeologische Besonderheit wurde erst 1946 entdeckt: Spuren menschlicher Siedlungen, von der Jungsteinzeit bis zu den Römern, lassen in den Augen Neugieriger vergessene Welten wieder auferstehen. Ein Freilichtmuseum macht die Funde deshalb für Besucher zugänglich.

Von Ajaccio aus erreicht man den Ort in cirka einer Autostunde. Ausgehend von der N 193 gelangt man über die N 196 auf die D 302. Etwa 4 Kilometer vor Filitosa verlässt man die D 302 um auf der D 457 weiter geradeaus Richtung Süden zu fahren. Vom Golf von Valinco aus geht es schneller. Die Fahrtzeit von Propriano zur Fundstätte dauert nur etwa 30 Minuten.

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Das Gelände wurde gut auf Besucher vorbereitet. Eine Übersicht der zu entdeckenden Epochen findet man im Eingangsbereich. Einzelne Funde, zum Beispiel Keramiken, werden im Gebäude ausgestellt. Unter freiem Himmel sorgt ein ausgeschilderter Rundweg für einen Zugang zu den Monumenten. Folgt man dem Weg, begrüßt einen zunächst die Menhirfigur „Filitosa V“. Diese Staute in Form eines aufrecht stehenden Monoliths verfügt über angedeutete Kleidung, vor allem aber über Waffen. Schwert und Dolch sind sichtlich definiert. 

File 516Auf dem Pfad zur Siedlung gelangt man zum so genannten „Ostmonument“. Dieser gemauerte Rundbau aus torreanischer Zeit wirft bis heute Fragen auf. Knochenfunde lassen vermuten, dass das Areal bereits zur Jungsteinzeit Nutzung fand und vielleicht ein Hügelgrab war.

Das „Zentralmonument“ könnte in seiner Mitte eine Opferstelle beherbergt haben. Die Stätte soll rituellen Handlungen gedient haben und verbindet ebenfalls mehrere Epochen miteinander. In kreisförmiger Anordnung wurden von den Torreanern Steine des Megalithikums vermauert. Unter ihnen Bruchstücke von Menhirstatuen, die zum Teil inzwischen wieder frei gelegt wurden. Die Statue „Filitosa IX“ fasziniert besonders, denn ihr Gesicht ist selbst heute noch gut zu erkennen.

Weiter geht es zum „Westmonument“. Diese Anlage wurde auf früheren Bauten errichtet. Ihr Mittelteil ist in zwei Kammern geteilt und liefert Hinweise auf eine Feuerstelle. Überdachte Gänge führen zu zusätzlichen Kammern und einer Höhle. Auch ein Brunnen war hier untergebracht. Neben Verteidigungszwecken könnte das Westmonument als Kultbau genutzt worden sein.

Wer sich satt gesehen hat, nimmt im Café Platz und plant bei einem Getränk weitere prähistorische Entdeckungen, zum Beispiel in Levié, oder genießt die Nachmittagssonne im uralten Olivenhain.