Filme

Zwar bietet Korsika Filmemachern vor allem für Außenaufnahmen eine berauschende Kulisse, doch ist es leider im Vergleich zur internationalen Konkurrenz oft mit höheren Produktionskosten behaftet. Dennoch bieten neben zahlreichen Reiseberichten und Naturdokumentationen auch Spielfilme einen Einblick in das Inselleben. So kann man es sich im Kino oder auf der heimischen Couch gemütlich machen, während man sich ganz nebenbei - mal spannungsreich, mal lustig - auf den Korsika-Urlaub einstimmt. Wer schon auf Korsika war, entdeckt in den Filmvorschlägen vielleicht Orte, Landschaften oder korsische Eigenheiten, die er selbst bestens kennt.

2011 wurde „Das Haus auf Korsika“ („Au cul de loup“) von Pierre Duclot fertig gestellt. Der Film mit Christelle Cornil, Francois Viventelli, Marijke Piony und Jean-Jacques Rausin handelt von Christina, die mit etwa 30 bereits ein monotones Leben führt. Als sie nach dem Tod ihrer Großmutter ein Haus auf Korsika erbt, lässt sie die drückende Atmosphäre hinter sich und begibt sich auf die Reise zu dem Vermächtnis.

Ein Jahr zuvor entstand die Arte/ARD-Produktion „Macht über die Insel“ („Main basse sur une île“). Ohne dokumentarisch aufklären zu wollen, schöpft der Politthriller durch Anlehnung an reale Ereignisse Spannung. Unter der Regie von Antoine Santana taucht der Zuschauer in das Korsika des Jahres 2003. Hier erzählt ein ehemaliger Kommissar (Francois Berléand) von einem Auftrag, der schief ging: Aus einem strategisch-fingierten Anschlag wurde ein echter und das Leben des einstigen Kommissars gerät gründlich aus den Fugen.

Die Regisseurin Caroline Bottaro widmete sich 2009 mit „Die Schachspielerin“ („Joueuse“) der filmischen Umsetzung der gleichnamigen Romanvorlage von Bertina Henrichs. Anstelle auf einer griechischen Insel, lebt die Protagonistin Hélène (Sandine Bonnaire) hier jedoch auf Korsika. Als Zimmermädchen beobachtet sie Schachspielende und unterliegt sofort der Faszination des Spiels. Als sie es selbst zu erlernen beginnt, verändert sich ihr Leben. Gedreht wurde die Geschichte über die Emanzipation einer Frau aus einfachen Verhältnissen bei Bastia.

„Willkommen bei den Korsen“ („L’enquête Corse“) von Alain Berbérian ist eine leichte Komödie aus dem Jahr 2004. Der schusselige Privatdetektiv Remi Francoise (Jack Palmer) begibt sich, ebenfalls wegen eines Erbfalls, auf die Insel. Hier geht er dem scheinbar einfachen Auftrag nach, den Erben aufzuspüren. Allerdings ist er nicht der einzige, der Léonis finden möchte. Anstelle des Gesuchten trifft er auf dessen Schwester und auch manch lustige, korsische Eigenheit erleichtert die Recherche nicht gerade... Durch den großen Kassenerfolg der thematisch ähnlichen Produktion von Dany Boon „Willkommen bei den Sch’tis“ („Bienvenue chez les Ch’tis“, 2008), gelangte „Willkommen bei den Korsen“ auf den DVD-Markt. Mit Action, zahlreichen (hin und wieder etwas überzeichneten) Pointen und einer FSK-Freigabe ab 6 Jahren ist er ein für die gesamte Familie geeigneter Korsika-Film zum Schmunzeln.

Tragischer geht es in dem zweiteiligen Fernsehdrama „Flucht nach Korsika“ („Les Déracinés“) von Jacques Renard her. 2001 beleuchtet er das Leben einer Aussiedlerfamilie. Irène (Luce Mouchel) ist eine in Algerien lebende Französin, die 1962 auf Grund der politischen Situation aus dem Land flüchtet. Mit den Kindern und ihrem Mann Franck (George Corraface) reist sie nach Bastia. Doch der Neubeginn auf der Mittelmeerinsel gestaltet sich weniger einfach als erhofft und auch der geplante Ferienclub birgt spannenden, neuen Sprengstoff.

Für eine der beliebtesten Urlaubssportarten der Mittelmeerinsel haben sich die Figuren Philippe Harels entschieden: In der Beziehungskomödie „Singels unterwegs“ („Les randonneurs“) von 1999 klettern fünf Pariser durch korsisches Gebirge. Trotz strahlender Sonne und atemberaubender Natur will sich das Glück nicht so recht einstellen. Irgendwie waren die Großstädter doch auf der Suche nach etwas anderem... Doch die Singels (Bennoît Poelvoorde, Karin Viard, Geraldine Pailhas, Vincent Elbaz und Philippe Harel) sind ja nicht allein in den Urlaub gefahren. Neben den jeweils vier Anderen, haben sie ihre Macken im Gepäck und die Lacher auf ihrer Seite.