Geburtshaus Napoleons

File 480In Ajaccio, der Hauptstadt Korsikas, steht das Geburtshaus Napoléons. Abgesehen vom 25. Dezember und dem 1. Januar, öffnen sich von Dienstag bis Sonntag am „Place Letizia“ (18, Rue Saint-Charles) die Türen für Besucher. Doch Obacht, wer hofft mit der Besichtigung der Mittagssonne entgehen zu können hat schlechte Karten, zwischen 12.00 und 14.00 Uhr hat das Museum nämlich geschlossen.

Auf mehreren Stockwerken gewährt die Ausstellung einen Eindruck von Leben und Zeit der Bonapartes. Ende des 17. Jahrhunderts gelangte das Gebäude in den Besitz der (auch durch strategische Vermählungen) immer einflussreicher werdenden Familie. Wie damals auf Korsika üblich, wurde das Haus zunächst von etlichen Bewohnern gleichzeitig genutzt bevor es, Raum für Raum, zum Maison Bonaparte wurde.
1769 erblickte der bekannteste Sohn der Familie, der spätere Kaiser Napoléon, das Licht der Welt. Das Geburtszimmer (la chambre natale) liegt im ersten Stock des von außen eher schlichten Gebäudes. Der kleine Raum ist heute in gedecktem gold-gelb gehalten, die Porträts Letitzias’ und Louis’ wachen an den Originalstellen neben dem Kamin.
Rasch stieg der junge Napoléon in der französischen Armee auf, während ein Großteil der Bevölkerung Ajaccios anti-französisch eingestellt blieb. Zwar wendete sich die Geschichte der Insel zu Ungunsten des korsischen Revolutionärs Pascal Paoli, doch hielt man ihm in Ajaccio die Treue. 1793 musste Napoléon deshalb aus seinem Geburtshaus fliehen, das Maison Bonaparte wurde verwüstet. Heute bieten Möbel dieser Zeit Zugang zur Vergangenheit. Ein ausführlich beleuchteter Stammbaum der Bonapartes, Originalgemälde und persönliche Familienkostbarkeiten runden das Bild ab.
Wer nach seinem Museumsbesuch mehr über den französischen General erfahren möchte, kann diesem Wunsch unweit im „Salon Napoléonien“ nachgehen. Er ist im Rathaus der Stadt, am Espace Diamant auf dem Boulevard Pascal Rossini untergebracht. Auch ein Ausflug zu dem nördlich gelegenen Landhaus der Familie „Les Mielli“ bietet sich an.