Geschichte

 

 Jahr Ereignis
Um 7000 - 350 v. Chr.  

Die erste Besiedelung Korsikas geht ins Frühneolithikum zurück. Fundstellen bei Saint Florent, Lévie und Bonifacio weisen darauf hin, dass es sich wahrscheinlich um eine unter Felsvorsprüngen lebende Jäger- und Sammlerbevölkerung handelt. Korsikas ältester Skelettfund, die „Dame von Bonifacio“ (ca. 6570 v. Chr.), ist im Süden der Insel im archäologischen „Musée de l’Alta Rocca“ in Lévie ausgestellt. Während des Neolitikums kommt die Haustierhaltung auf und Keramikgefäße werden hergestellt. Landwirtschaft und Kupferverarbeitung folgen wenig später und sorgen für einen Bevölkerungsanstieg. In der folgenden Bronzezeit wird die indigene Bevölkerung Korsikas jedoch von Einwanderern verdrängt, weshalb sie sich ab der Eisenzeit auf das Landesinnere verlagert.

Um 560 v. Chr.Phonkäer gründen die Stadt Alalia (heute Aléria). Prominent an den Handelswegen gelegen, wird der Ort von einem Bündnis aus Karthagern und Etruskern angegriffen. Der Einfluss der verschiedenen Kulturen beschleunigt die Entwicklung. Kunst und Handwerk werden verfeinert, Zucht und Anbau ausgebaut. Weitere Eroberer fallen ein, werden jedoch rasch von den Karthagern wieder zurückgedrängt.
Ab 260 v. Chr.Nach erschöpfend langen und blutigen Kämpfen gerät zunächst Alalia, dann ganz Korsika in römische Hand. Die römische Herrschaft befriedet die Gegend und bringt bescheidenen Wohlstand.
Um 200-300 n. Chr.In Korsika kommt das Christentum auf.
Ab 450Vandalen und Goten versuchen die Mittelmeerinsel in ihren Besitz zu bringen. Doch die nächste nachhaltige Invasion gelingt den Byzantinern. Korsika leidet unter der Besatzung.

Um 750

Korsika, inzwischen zu den Besitztümern des Papstes zählend, wird von Mauren beziehungsweise, wie man seit dem späten Mittelalter sagt, Sarazenen eingenommen. Festungen der Piraterie entstehen. Der Maurenkopf auf Flagge und Wappen Korsikas erinnert an diese Inselepoche. Weitere Kämpfe folgen und die Machtstruktur wird immer chaotischer.
Ab 1077Papst Gregor VII. übergibt Korsikas Verwaltung an Pisa. Eine über hundert Jahre dauernde Befriedung der Insel gelingt. Erneut kommt Wohlstand auf und zahlreiche sakrale Bauten entstehen.
Ab 1195Genua erhebt Anspruch auf Korsika. Der Papst spricht den Genuesen einige Städte zu, weitere werden erobert. Das Fischerdorf Calvi wird ausgebaut und befestigt und avanciert zu einer wichtigen Hafenstadt.
1284Das Machtgerangel zwischen Pisa und Genua wird in einer enormen Seeschlacht vor Meloria zu Gunsten der Genuesen entschieden und läutet rund fünf Jahrhunderte Genuesischer Herrschaft ein.
1284 – um 1350Der Verlauf der Ereignisse missfällt dem Papst. Er überträgt Korsika von dem inzwischen geschwächten Pisa auf Aragonien. Nun konkurrieren Genua und Aragonien um die Herrschaft auf der Insel. Kurz nachdem Genua seine Vormachtstellung sichert, gelangt die Pest nach Korsika, dennoch verteidigt Genua Korsika weiter gegen Aragonien. Doch die Insel ist verschuldet und fällt der genuesischen Bank des heiligen Georg zu.
1553 – 1729Frankreich besetzt die Insel. Henri II. wird von dem einheimischen Freiheitskämpfer Sampiero Corso gegen die genuesischen Machthaber unterstützt. Der Kampf ist erfolgreich, letztlich wird Sampiero jedoch ermordet und Genua kauft Korsika von dem Finanzier zurück. Der korsische Widerstand erstarkt.
1729 – 1755Es kommt zum Unabhängigkeitskrieg. Ständige Belagerung, Zerstörung und Hungersnot lassen die Korsen aufbegehren. Im Verlauf der Kämpfe bittet Genua Österreich und später sogar Frankreich um Hilfe. Auf korsischer Seite führt Pascal Paoli die Revolution.
1755Paoli ernennt Corte zur Hauptstadt des unabhängigen Korsikas. Hier gründet er die einzige Universität der Insel, führt die Schul- und Militärpflicht ein und formuliert die erste demokratische Verfassung der Welt.
1768Durch das Eingreifen der Franzosen verkauft Genua Korsika im Vertrag von Versailles an Frankreich. Paoli wird in der Schlacht von Ponte Nuovo nach London ins Exil verschlagen.
1769Napoleon Bonaparte wird in dem inzwischen französischen Ajaccio geboren. Rasch steigt er in der Armee auf.
1789Während der Französischen Revolution kehrt Paoli als Gegner Napoleons nach Korsika zurück. Zunächst von den Widerständlern umjubelt, distanziert er sich schnell von der Radikalität der Bewegung. Erneut treibt es ihn ins englische Exil, wo er 1807 stirbt.
1811Napoleon ernennt seinen Geburtsort Ajaccio zur Hauptstadt der Insel. Die Verbindung über den großen französischen Feldherren und späteren Kaiser stärkt die Beziehung der Korsen zu Frankreich, dennoch bleibt sie bis heute angespannt.
1814 – 1818Der erste Weltkrieg schwächt die französische Insel.
1942 – 1943Korsika wird von den Nazis besetzt. Für kurze Zeit ist die Mittelmeerinsel nicht französisch. Bei ihrem Abzug hinterlassen die Deutschen Verwüstung.
Ab 1944Auf Korsika wird Malaria durch die amerikanische Airforce bekämpft. Ab 1970 gilt die Insel als malariafrei.
1969Zu Napoleons zweihundertsten Geburtstag wird der korsische Regionalpark gegründet. Das Naturschutzgebiet erstreckt sich über weite Teile der Insel.
1967Die durch die französische Politik ausgelösten Einsiedlungen förderten den Unmut der Korsen. Auch an der Unterdrückung der korsischen Sprache „Corsu“ und Frankreichs Profit durch die touristischen Einnahmen kommt Kritik auf. Die  „Action Régionale Corse“ (ARC) formiert sich als Separatistenorganisation und verübt Anschläge.
1975Korsika wird in die Départements „Haute-Corse“ und „Cors-du-Sud“ unterteilt. Im selben Jahr gründet sich die „Frontu di Liberazione Nazuinalista Corsu“ (FLNC) und verübt blutige Bombenanschläge, ohne jedoch direkt Touristen anzugreifen.

1991

Korsika erhält per Sonderstatut der französischen Regierung eine eingeschränkte Autonomie durch das regionale Selbstverwaltungsrecht.

1998Der französische Funktionär Claude Érignac wird von korsischen Separatisten erschossen. In Ajaccio formen sich Proteste gegen die Mordanschläge der Nationalisten.
1999Die Strandbar „Chez Francis“ entzündet einen Politrechtstreit. Denn sie wurde auf einem, nach französischem Recht, öffentlichen Strand errichtet und später illegal von Gandarmen niedergebrannt.
2002In Folge der Affäre um das „Chez Franzis“ wird der Präfekt Korsikas, Bernard Bonnet, von Frankreich zu einem Jahr Haft verurteilt und durch Jean-Pierre Lacroix ersetzt.
2003Die Korsen entscheiden mit knapper Mehrheit das Fortbestehen der beiden Verwaltungsbezirke „Haute Corse“ und „Cors-du-Sud“.
2004Bei den Regionalwahlen ziehen die Nationalisten mit acht Sitzen ins Parlament ein.