Grotten

File 227

Wer es ohne Fähre nach Korsika geschafft hat, kann sich auf der sonnigen Südspitze der Insel einer Bootstour nicht weiter erwehren. Am Hafen von Bonifacio locken gleich mehrere Attraktionen aufs Meer hinaus, unter ihnen die „Grotte du Sdagonato“ und die „Grotte Saint-Antoine“. Letztere wird wegen der Form ihrer Öffnung, die dem von Napoléon bevorzugten Zweispitz-Hut ähnelt, auch „Grotte Napoléon“ genannt. Wer nicht ohnehin ein paar Tage in der freundlich eigenwilligen Stadt verbringt, nimmt die N 196 beziehungsweise die N 198 Richtung Süden. In Bonifacio angekommen kann direkt am Hafengelände geparkt werden.

File 344

Auf der Hafenpromenade wimmelt es von Bootstouranbietern. Beim Preisvergleich muss man darauf achten, dass oft mehrere Tourvarianten angeboten werden. Je nach Ausflugslänge variieren auch die Kosten. Die kürzeren Touren dauern rund eine Stunde und fahren in der Regel mindestens eine der Grotten an, die längeren dauern gut 1,5 Stunden. Manchmal gibt es die Möglichkeit auszusteigen, zu verweilen und ein späteres Boot zurück zu nehmen. Badehose oder Bikini unter leichter Kleidung und ein Strandtuch im Gepäck können so für einen Strandtag in sonst unerreichbarer Umgebung sorgen. Bevor man eine Tour bucht, sollten die aktuellen Ziele erfragt werden, denn nicht bei jeder Wetterlage kann jedes Gebiet angefahren werden. Wer Bilder machen möchte, nutzt vor allem bei Wellengang am Besten die Handschlaufe des Fotoapparates und schützt ihn vor Spitzwasser.

File 347

Beim Ablegen fällt der knallrote Leuchtturm „La Madonetta“ ins Auge, bevor der Fels auf dem er steht beginnt immer kleiner zu werden. Die spektakulärste Ausflugsgrotte ist wahrscheinlich die „Grotte Sdragonato“. In ihr stößt intensiv blaues Wasser auf grau-weißen Stein. Gerne wird von den Bootsführern darauf hingewiesen, dass die offene Höhlendecke nicht nur für zauberhafte Lichtspiele sorgt, sondern auch der Form Korsikas gleicht. Einige Fahrten steuern außerdem einsame Buchten an, die längeren Touren schließen meistens einen Abstecher zum Lavezzi-Archipel ein.

Wer diese Inseln zwischen Korsika und Sardinien betritt, sollte sich bewusst sein, dass er in einem Naturschutzgebiet befindet. Einige der Inseln sind vollkommen unbesiedelt und bieten einzigartiger Flora und Fauna eine Heimat. Die wenigen Inseln an denen Gebadet werden darf, sollten mit Bedacht begangen werden. Wer, umgeben von grotesken Felsformationen, an den weißen Stränden im leuchtend grünen Wasser schwimmen war, wird verstehen warum das Gebiet schützenswert ist.

Auf dem Rückweg geht es häufig am „Grain de Sable“, also dem „Sandkorn“ vorbei. Trotz des Namens ist das „Korn“ ein ausgewachsener Kreidefels, der aus dem Meer ragt. Von hier aus ist Bonifacio nicht mehr weit und der vielleicht aufregendste Blick der Insel nährt sich, denn vom Wasser aus ist die „Ville haute“ Bonifacios atemberaubend. Die aberwitzig hohen Häuser des schmalen, ausgehöhlten Felsplateaus ragen - scheinbar den Gesetzen der Physik trotzend - waghalsig aufeinander getürmt dem Himmel entgegen.