Kulinarisches aus Korsika

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Die kulinarische Korsika-Reise beginnt bereits beim Frühstück. Regionale Konfitüren auf backfrischen, handgemachten Baguette sind ein leckerer Start in den Tag. Typische Marmeladensorten wie Orange (Orange), Aprikose (Apricot), Feige (Figue) und Zitronatzitrone (Céderat) bringen fruchtige Süße aufs Brot. Besonders aufwendig in der Herstellung sind die Konfitüren aus den Beeren der Myrtensträucher (Myrte) und Erdbeerbäumen (Arbouse).

Auch das Imkerhandwerk hat Tradition auf der Mittelmeerinsel. Der regionale Honig (der „mele di Corsica“ mit dem AOC-Siegel) wird in entsprechender Vielfalt von süß bis herb-würzig angeboten. Die klassischen Honiggebiete Korsikas ziehen sich mit Belgodère, Moltifao, Bastelica und Quenza beinahe mittig von Norden nach Süden entlang der Niolo Region. Oft bietet sich die Gelegenheit, diese korsischen Köstlichkeiten auf dem Markt oder beim Straßenverkauf direkt vom Hersteller zu erwerben.

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Wie auf dem Französischen Festland ist die Käseauswahl auf Korsika schwindelerregend. Zu einem Glas Wein zeigt der lokale „Brocciu“ (ebenfalls mit der kontrollierten Herkunftsbezeichnung AOC ausgezeichnet) seine Qualitäten. Leicht süß und milchig, variiert er je nach Reifegrad und von mild bis würzig. Der Käse wird aus Schafs- oder Ziegenmilch hergestellt und kann als laktosefreie Alternative zum italienischen Ricotta betrachtet werden, denn er rundet viele korsische Spezialitäten ab. Auf der Insel findet man ihn häufig in Ravioli und Omelettes, aber auch in Süßspeisen wie Tartes (Fiadone).

Vor allem Fleischliebhaber kommen auf Korsika auf ihre Kosten. Schinken und Wurst aus halbwilder Aufzucht überzeugen durch Geschmack und Qualität. Mit Wein behandelter Schweinelendenschinken (Lonzu), eine mit Maccia-Kräutern verfeinerte Blutwustvariante (Sanui) oder die mit Knoblauch gewürzte „Figatellu“-Wurst schmecken als Vorspeise oder zum Brot. Überhaupt ist die korsische Küche bodenständig und fleischorientiert. Während im Landesinneren Schwein, Wildschwein, Ziege und Lamm im heimischen Olivenöl (Niellaghja) zubereitet werden, findet man an den Küsten und Flüssen frische Forellen und Meeresfrüchte.

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Mediterrane Kräuter verliehen der Mittelmeerinsel nicht nur einen betörenden Duft. Majoran, Lorbeer, Thymian, Rosmarien, Bergmelisse und Basilikum spielen auch bei der Zubereitung der Speisen eine große Rolle und sorgen für kleine Geschmacksexplosionen.

Der heimliche Star der korsischen Küche ist jedoch die Marone. Einst garantierte ihr Mehl auch weniger Betuchten ein sättigendes Mahl. Noch heute kann man sich von der schmackhaften Esskastanie überzeugen, denn die „Pulenta“ ist die wohl beliebteste korsische Beilage. Doch nicht nur als Brei zu deftigen Gerichten eignet sich die Marone. Als Tierfutter sorgt sie, neben wilden Kräutern, für besonders aromatisches Fleisch und als süßer Aufstrich (confiture à la châtaigne) begeistert sie sogar Kinder. Kuchen verleiht sie einen einzigartigen Geschmack und selbst Bier (Pietra) wird aus ihr gebraut.

Wer es traditioneller mag, trinkt zu seinem Menü einen korsischen Wein. In Küstennähe findet man neun ausgezeichnete Weinbaugebiete, die mit dem Herkunftssiegel AOC geschützt sind. Rebsorten wie Nielluccio und Sciacarello lassen sich zu einem vollen Rotwein keltern und sind inzwischen weit über die Insel hinaus für ihr volles Bouquet bekannt. Und auch die Weißweine des Cap Corse genießen völlig zu Recht einen hervorragenden Ruf.