Parc Régional Naturel

File 203

Seit den 70er Jahren erstreckt sich über Korsika ein riesiges Naturschutzgebiet. Der „Parc Régional Naturel“ bedeckt mit mehr als 3.000 Quadratmetern über ein Drittel der Inselfläche. In seinem Herzen ruhen, vom „Monte Cinto“ im Norden bis hin zum „Monte Incudine“ im Süden, die beeindruckendsten Bergmassive Korsikas. Im Süden reichen die Grenzen des Parks beinahe bis nach Porto-Vecchio. Im Westen streifen sie am Golf von Porto sowie am Golf von Girolata das Meer, während im Osten ein Ausläufer bis nach Aléria wächst.

Wunderbare Wälder wie der „Vizzavona“ oder „L’Ospédale“ können im Naturschutzgebiet besucht werden, zerklüftete Täler und urige Dörfer warten auf Entdeckung. Durch den Park sollen Flora und Fauna geschützt werden, wobei der Kampf gegen Waldbrände sehr wichtig ist. Auch dem Landschaftsschutz fühlt man sich verpflichtet, denn gleichzeitig sollen Kulturdenkmäler erhalten und traditionelle Berufe für Besucher sichtbar gemacht werden. Wer in abgeschiedener Einsamkeit auf einen Berghirten mit seiner Herde trifft, sollte deshalb nicht überrascht sein.

Auch seltene Tierarten kann man im Park beobachten, das vom Aussterben bedrohte Mufflon zum Beispiel. Schmetterlinge, Fledermäuse und Vogelarten wie Singdrossel und Wanderfalke machen den Himmel zum spannenden Observationsgebiet. Wer jedoch nur nach oben schaut, verpasst was am Boden ist. Interessante, ausschließlich hier lebende Reptilien und Amphibien finden im Park ihre Heimat. Im Gegensatz zu den meisten Urlaubern, bevorzugen der Korsische Gebirgsmolch und der Korsische Feuersalamander allerdings die kühleren, höheren Lagen.

Wer dennoch einen Blick in die Lebenswelt dieser einzigartigen Lebewesen werfen möchte, dem bietet ein Ausflugstag auf den Wanderwegen oder Reitpfaden des Parks Abwechslung in der Urlaubsplanung. Passionierte Wanderer können gleich mehrere Tage hier verbringen, denn auch Fernwanderwege führen durch das Gebiet. Der berühmteste ist der Grand Randonée 20 (GR 20), auf dem sportliche Urlauber die Insel von Nord nach Süd durchqueren. Dabei überschreitet die Tour stellenweise die 2.000 Metergrenze. Kein Wunder, dass man hierbei neben Schlafsack und Kleidung nicht auch noch die Verpflegung tragen möchten. Nachtunterkünfte und Verpflegungsangebote ermöglichen in der Saison leichtes Gepäck. Zusätzlich locken Sportklettergebiete Aktive in luftige Höhen. Für atemberaubende Ausblicke sorgt die legendäre Schönheit Korsikas.