Saint Jean-Baptiste

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Bastia, nach Ajaccio die zweitgrößte Stadt Korsikas, ist nicht nur eine pulsierende Inselmetropole, es verfügt auch über entzückend malerische Seiten. Vor allem der Stadtteil „Terra Vecchia“ ist einen Besuch wert. Auf den Balkonen der mit Schiefer gedeckten Häuser tupfen (zum trocknen aufgehängte) Kleidungsstücke bunte Flecken in die engen Gässchen. Vor allem um die Mittagszeit schließen sich die sogenannten „Genueser Klappfensterläden“, an denen (zum Schutz vor der mediterranen Hitze) der untere Teil zur Belüftung abgewinkelt werden kann.

Wer möchte, lässt sich auf einen Kaffee an einem der zahlreichen kleinen Plätze nieder. Wer lieber schlendert, erkundet den „Place du Marché“, auf dem allmorgendlich ein Markt florieret. Kaum versieht man sich, steht man hier - abgelenkt von dem emsigen Treiben in der Nähe des ehemaligen Rathauses („hôtel de ville“) -, vor dem Eingang der „Église Saint Jean-Baptiste“ (der Kirche Johannes des Täufers).

Die Doppeltürme des Barockbaus mit seiner beeindruckenden Fassade sind bis in die Bucht des alten Hafens hin gut zu erkennen. Das Innere der bis 1666 erbauten Kirche teilt sich (typischer Weise) in ein Hauptschiff mit zwei Seitenschiffen auf, auch wenn die mit Marmor gespickte Innengestaltung einer späteren Epoche des 18. Jahrhundert zuzuordnen ist.

Von nach oben strebenden Pilastern umgeben, steht unter einer Deckenhalbkuppel der Altar des Sakralbaus. Prächtige Deckenverzierungen und in Bögen eingelassene Kassetten ziehen den Blick automatisch nach oben. Wer bei Pappmaché an Kinderbasteleien denkt, wird hier eines Besseren belehrt: Seit dem 15. Jahrhundert bedient man sich in Europa dieser Technik, und die viel beachtet Christusfigur der Église Saint-Jean-Baptiste ist ein außergewöhnliches Beispiel hierfür.

Wer nun noch nicht genug gesehen hat, zieht weiter zur Chapelle Saint-Croix (der Kappelle zum heiligen Kreuz), vergnügt sich bei einer Shoppingtour oder entspannt sich am weitläufigen Sandstrand „La Marana“.