Städte & Regionen

File 498Korsika ist eine „Insel der Schönheit“ im Herzen des Mittelmeers. Ihre Ostküste ist Rom und dem Italienischen Stiefel zugewandt. Die Nordspitze, das Cap Corse, deutet auf die Region um Genua, während der Westen Spanien sowie das Französische Festland als Gegenüber hat.

Auf Grund dieser Lage entlang der Handelsrouten war Korsika in seiner bewegten Geschichte häufig das Ziel von Eroberungsversuchen. Zitadellen auf dem gesamten Areal - mit über 8.500 Quadratkilometern immerhin die viertgrößte Insel des Mittelmeerraums - prägen das Bild der Insel und zeugen von turbulenten Zeiten.

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Im Nordwesten der Insel liegt die Balange. Hügelig und vom Sonnenschein begünstigt, gilt sie als „der Garten Korsikas“. Auf ihrem fruchtbaren Boden gedeihen Olivenbäume, Weinreben und Obstbäume, auch wenn sich ihr wirtschaftlicher Schwerpunkt heute dem Tourismus zugewandt hat. Hier kann Île Rousse mit einem hübschen Hafen, roten Felsen und den wärmsten Temperaturen der Insel um Besucher werben. Das Fischerdorf wurde einst vom Revolutionsführer, Pascal Poali, als Konkurrenz zum genuatreuen Calvi, zur Hafenstadt ausgebaut. Kein Wunder also, dass für Calvi eine genuesische Zitadelle aus dem 15. Jahrhundert zum Wahrzeichen wurde. Wer den beeindruckenden Festungsbau besucht, hat einen wunderbaren Blick, der neben Meer und Wäldern auch das Monte-Cinto-Massiv umspannt. 

Mit knapp über 2.700 Metern ist der Monte-Cinto der höchste, bei weitem aber nicht der einzige Berg Korsikas. Im Norden beginnt eine Gebirgskette, die sich bis in den Süden der Insel zieht. Dabei teilt die sogenannte Zentralfurche die Insel landschaftlich Ost- von Westkorsika, während verwaltungstechnisch (durch die Départements „Haute-Corse“ und „Cors-du-Sud“) zwischen Norden und Süden unterschieden wird. Diese bergige Achse Korsikas ist beinahe komplett von einem Naturschutzgebiet, dem „Parc Régional Naturel“ überzogen. Wanderer, Kletterer und Skifahrer freuen sich über zahlreiche Sportangebote, denn Hänge und Schluchten, Flüsse und lassen das Gebiet einem riesigen Abenteuerpark gleichen.

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Auf einem Hochplateau im Inselzentrum liegt die Stadt Corte. In ihrer Umgebung findet man den Monte-Cinto und den Monte Ronrondo. Paoli machte sie einst zur Hauptstadt des unabhängigen Korsikas. Im hiesigen Nationalpalast formulierte er die erste demokratische Verfassung der Welt und führte die Schulpflicht ein. Noch heute beheimatet Corte die einzige Universität der Insel. Natürlich ist sie nach (dem hier allgegenwärtigen) „Vater der Nation“, Pascal Paoli, benannt.

1811 ernannte ein junger Rivale Paolis, Napoléon, Ajaccio zur Inselhauptstadt. Nicht nur das „Maison Bonaparte“, das Geburthaus des unweigerlich mit Frankreich verknüpften Feldherrn, lockt Urlauber in die Inselmetropole. Auch die Lage an der von Buchten und Golfen geformten Westküste beeindruckt. Unterschiedlichste Strände mit Sand, Kies und Felsen sorgen für vielfältigen Badespaß, wohingegen die Ostküste von flach abfallenden Sandstränden dominiert ist.

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Nach Ajaccio ist Bastia die zweitgrößte Stadt der Insel. Dank der gut ausgeprägten Infrastruktur ist Bastia häufig der erste korsische Ort mit dem Urlauber in Kontakt kommen. Eine malerische Altstadt und ein entzückender, alter Hafen locken zum Verweilen. Wer dennoch weiter ziehen möchte, kann von hier aus die wilde und abwechslungsreiche Landschaft des Cap Corse erkunden, das zwischen Bastia und Saint-Florent in den Norden ragt. 

Das Kap bildet den nördlichsten Teil der Insel und kann als Korsika en miniature beschrieben werden. Wie Korsika im Gesamten ist das Kap der Länge nach von Bergen durchzogen. Und wie beim „Original“ ist die Westküste von Buchten geprägt, während die Ostseite eher eine Gerade beschreibt. Besonders beliebt sind das Kap und seine Küstenstraße für Erkundungstouren bei Rad- und Motorradfahrern.

Den südlichsten Teil Korsikas bildet das (unter Naturschutz stehende) Lavezzi-Archipel, nahe der Stadt Bonifacio. Neben einem breiten Sportangebot gibt es in Bonifacio eine weit reichende Siedlungsgeschichte zu entdecken, eigenwillige Architektur und Grotten zu bestaunen sowie zahlreiche Ausflugziele zu besuchen. Kurzum: auf Korsika kann es gar nicht langweilig werden!